7. Juli 2008

Tänze auf Sri Lanka

Autor: admin

Während die indischen, insbesondere südindischen Tänze mehr dem Ausdruckstanz bzw. dem Tanzdrama zuzuordnen sind, ging die singhalesische Entwicklung fast ausschließlich zum “nritta”- Tanz hin, der – passend zur in erster Lienie von Trommeln bestimmten, stark rhythmischen Musik – hauptsächlich symbolische, manchmal akrobatische Körperbewegungen mit ausgeprägter Fußarbeit präsentiert. Entsprechend dem dynamischen Rhythmus, der fast ohne Melodiebegleitung auskommt, wird er fast ausschließlich von Männern getanzt, im Gegensatz zu den meist sehr melodiösen Tänzen indischer Frauen.

 

Zwei Hauptformen der singhalesischen Tänze lassen sich unterscheiden:

 

Die Tieflandtänze werden ausschließlich an der Südwestküste getanzt und wegen ihres exorzistischen Charakters auch sanni yakuma oder gerne “devil dance” genannt.

 

Die Hochlandtänze, meist Kandy dance genannt, hatten früher ausschließlich religiöse Bedeutung als Tempeltänze, meist innerhalb der Bitt- oder Opferzeremonien. Daraus entwickelte sich später eine weltliche Form, als vannama zu Unterhaltungszwecken heute auch oft von Frauen getanzt und allabendlich den Touristen in Kandy vorgeführt. Hierbei werden meist – reale oder phantastische – Tiere in ihren Bewegungen nachgeahmt, wobei der Tänzer dies allerdings nur “zum Warmlaufen” nutzt, um sich dann von diesem Vorbild zu lösen und sich ganz dem Tanzrausch hinzugeben, oft im Wettstreit mit anderen Tänzern.

 

Neben diesen beiden Hauptformen haben sich zwei weitere Tänze erhalten, die mehr dem Volkstheater zuzuordnen sind: Im nordöstlichen Bergland wird recht selten der Sokari aufgeführt; etwas häufiger gibt es noch Vorstellungen des Kolam Natima, meist in Ambalangoda und Mirissa, der dem Tanzdrama zuzuordnen ist und mit reich geschnitzten und bunt bemalten Masken vorgeführt wird, meist recht ursprünglich, einfach und humorvoll.

 

Die einstmals vielfältige Puppenspieltradition mit Marionetten ist heute fast vollkommen in Vergessenheit geraten und konnte lediglich durch den Tourismus eine kommerzielle Wiederbelebung erfahren, worauf die in jüngster Zeit vereinzelt angebotenen Puppen hindeuten.

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