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Archive for the 'Status der Frauen' Category
Emanzipation der Frauen auf Sri Lanka
Author: adminDie Emanzipation der Frauen schreitet auch in den asiatischen Ländern immer weiter fort, und auch dort haben die Männer so ihre Probleme damit. Immer mehr Frauen stehen im Beruf ihren Mann und verspüren überhaupt keine Lust zu heiraten. Im “Sunday Observer” erschien zu diesem Thema 1994 ein Artikel unter dem Titel “Spinsterhood or Motherhood?” (man kann dieses Wortspiel nicht ins Deutsche übertragen, aber es bedeutet übersetzt “Alte Jungfer” oder Mutter?). Das Bild der alten Jungfer trifft auf die jungen, attraktiven und erfolgreichen Single-Frauen Sri Lankas wirklich nicht zu, obwohl die gängigen moralischen Werte ihnen das Leben wohl nicht einfach machen.
Aber auch in den asiatischen Ländern ist in den letzten Jahren in Teilbereichen ein Gesinnungswandel eingetreten:
Wo früher die Heirat als Schlüssel zu Glück und Sicherheit im Leben einer Frau galt, sind heute alleinlebende berufstätige Frauen nichts außergewöhnliches mehr. Für viele berufstätige Frauen ist das Single-Dasein die einzige Alternative, da sie ansonsten ihre berufliche Karriere für Ehe und Familie aufgeben müßten. Eine Studie ergab, daß auf Sri Lanka 36% der berufstätigen Frauen unverheiratet sind. Wenn sich diese Frauen doch noch entscheiden zu heiraten, sind sie meist schon zwischen 28 und 30 Jahren alt, ein enormer Altersanstieg im Vergleich zu früheren Zeiten. Wie in den westlichen Ländern kommen auch hier Karriere und Beruf vor der Ehe und Familie. Viele Frauen wollen ihr Single-Leben auch gar nicht missen und ihre Freiheit und Ungebundenheit gegen lästige Hausfrauenpflichten und Kindergeschrei eintauschen. Doch wie überall haben auch in Sri Lanka die Single-Frauen mit den Vor- und Nachteilen des Alleinseins zu kämpfen. Nicht alle unverheirateten Frauen haben sich diesen Status freiwillig gewählt, oft ist eine fehlende Mitgift Schuld daran. Auch ist es nicht so einfach den richtigen Mann zu finden.
Die vielen Heiratsanzeigen in den Zeitungen geben einen kleinen Einblick in diese Problematik. Viele Männer sind auch durch das neue Selbstbewußtsein der Frauen verunsichert und sehen dem Vormarsch der Frauen mit Schrecken entgegen. So erschien ebenfalls im “Sunday Observer” im Dezember 1993 ein Artikel mit dem Titel “Frauen, überall Frauen”, in dem der – natürlich männliche Autor- entsetzt feststellt, daß er bei einem Troß Schulkinder mehr Mädchen als Jungen gesehen hat. In Banken, Büros und Postämtern dasselbe Phänomen: überall mehr Frauen als Männer. Sogleich taucht vor seinem geistigen Auge ein Horrorszenario auf: In nicht allzu ferner Zukunft könnten auf einen Mann zehn Frauen kommen.
Die ausgemalten Folgen wären entsetzlich:
Es würde das langsame Aussterben der männlichen Rasse bedeuten. Samenbänke müßten dann den Fortbestand der Population sichern und die Frauen wären dann nicht einmal in dieser Hinsicht mehr von den Männern abhängig. Welche Vorstellung! Gottseidank nimmt der Autor sich und seinen Artikel selbst nicht ernst, doch kann man eine kleine Identitätskrise bei den Männern nicht leugnen, die auch wohl noch eine Weile andauern wird.